Regionale Konzepte zum Ausbau der Bioenergieerzeugung aus Holz - nachhaltige und energieeffiziente
Strategieentwicklung unter besonderer Berücksichtigung der Holzkaskadennutzung
Ansprechpartner
Florian Stockmann
florian.stockmann(at)wald-zentrum.de
Susanne Bergmann
susanne.bergmann(at)wald-zentrum.de
Dr. Marcus Wenzelides
marcus.wenzelides(at)wald-zentrum.de
Prof. Dr. Andreas Schulte
andreas.schulte(at)wald-zentrum.de
Laufzeit
Juli 2009 bis Dezember 2011
Auftraggeber
Beteiligte Partner
-
Institut für ZukunftsEnergieSysteme gGmbH IZES

-
ifeu -
Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH

-
Internationales Institut für Wald und Holz NRW e. V.
Projektbeirat
- LAMINATEPARK Heusweiler (Glunz-Werk)
- Verband der deutschen Holzwerkstoffindustrie e. V.
- Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR)
- Bundesverband BioEnergie e. V. (BBE)
- Holzabsatzfonds, Anstalt öffentlichen Rechts
- Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Rheinland-Pfalz und Saarland
- Schornsteinfegerinnung für das Saarland
Key-Words
Potenzial, Mobilisierung, Bioenergie, Energieholz, Holzkaskade, Prozessketten, Nutzungskonkurrenzen, Klimaschutz,
Cluster Forst- und Holzwirtschaft, Cluster Forst und Holz, Clusteranalyse, Clustermanagement, Holzwerkstoffindustrie, Stoffstrommanagement, nachhaltige Regionalentwicklung, Fallstudie, Bundesrepublik Deutschland
Hintergründe
Im Kontext der aktuellen Zielvorgaben zum Klimaschutz und des Einsatzes erneuerbarer Energien im Rahmen der nationalen Energieversorgung kommt der energetischen Nutzung von Holz eine zunehmend größere Bedeutung zu. Neben den in diesem Zusammenhang vorhandenen, bzw. zukünftig absehbaren Anreizinstrumenten (EEG, MAP, EEWärmeG etc.) haben in jüngster Vergangenheit v. a. die Preisentwicklungen am Energiemarkt zu einer verstärkten Nachfrage nach Biomasse und hier v. a. nach Holz geführt. Insbesondere zur Wärmeerzeugung und in gewissem Umfang auch im Stromsektor spielt Holz als nachwachsender Energieträger inzwischen eine zentrale Rolle.
Aber nicht nur im Bereich der energetischen sondern auch der stofflichen Verwertung von Holz sind in den vergangenen Jahren erhebliche Kapazitäten aufgebaut worden. Begründet ist diese Entwicklung v. a. durch den Umstand, dass die bisherige Nutzung unterschätzt und im Umkehrschluss die noch frei verfügbaren bzw. mit geringem Aufwand mobilisierbaren Holzmengen überschätzt wurden. Durch diese Fehleinschätzungen kommt es inzwischen zunehmend zu einer Verknappung des Rohstoffes Holz.
Die hieraus resultierende Konkurrenzsituation, die sich sowohl auf Industrieholz (Scheitholzproduktion) wie auch Sägerestholz (Pelletproduktion und Hackschnitzelfeuerungsanlagen) bezieht, ist bei der Entwicklung regionaler aber auch überregionaler Strategien zum Ausbau der energetischen Nutzung von Holz zwingend zu berücksichtigen, da die stofflich orientierte Verwendung im Cluster Wald, Forst- und Holzwirtschaft regional wie auch bundesweit von hoher arbeitsmarktpolitischer und volkswirtschaftlicher Bedeutung ist.
Die Nutzungskonkurrenzen dürften sich insbesondere unter Berücksichtigung der folgenden Erwartungen zukünftig noch verstärken:
- verstärkter Einsatz von Holz im Bausektor,
- in der chemischen Industrie soll der Anteil biobasierter Rohstoffe von
derzeit 10 % auf 30 % bis 2030 gesteigert werden,
- in der Holzwerkstoffbranche wird ein Anstieg der Rohstoffnachfrage von 25 Mio.
tatro in 2005 auf 35 Mio. tatro in 2015 erwartet,
- Holz soll im Kontext der aktuellen Leitszenarien vermehrt im energetischen Bereich zu
einer klimaverträglichen Energieversorgung beitragen,
- eine Ölpreisbindung von Holzbrennstoffen kann zu weitreichenden Marktverschiebungen führen.

Diese Entwicklungen führen dazu, dass in einschlägigen Untersuchungen - angesichts der sich abzeichnenden Holzknappheiten - Gesamtstrategien für die Nutzung der Ressource Holz gefordert werden. Somit sollten Bioenergiestrategien nie losgelöst von regionalen Gesamtstrategien entwickelt werden. Ein in jüngster Vergangenheit vermehrt andiskutierter Weg einer solchen Gesamtstrategie ist die Kaskadennutzung von Holz. Unter dem Aspekt der Nutzungseffizienz
wird hierbei der energetischen Nutzung eine (oder mehrere) stoffliche Nutzung(en) vorgeschaltet.
Themen und Zielstellung des Vorhabens
Vor diesem Hintergrund sollen in dem Vorhaben entsprechende Prozessketten und Lebenswege der Holzverwendung mit dem
besonderen Bezug zur energetischen Nutzung dieses Rohstoffes im Vergleich zu alternativen Nutzungspfaden - in
einem konkreten regionalen Einzugsbereich der Holzwerkstoffindustrie untersucht und hinsichtlich möglicher
Optimierungspotenziale bewertet werden. Primäre Frage ist dabei die nachhaltige Mobilisierbarkeit von Holzpotenzialen
zur energetischen Nutzung bei existierenden Konkurrenzsituationen.
Insbesondere erfolgt eine Analyse möglicher prozessintegrierter Kreisläufe sowie
regionaler Stoffstrommanagement-Strategien zur Gewährleistung einer regionalen Versorgungssicherheit.

Die Untersuchung der verschiedenen Lebenswege des Werkstoffs Holz bezieht sich dabei
sowohl auf relevante Umweltwirkungen (z. B. Treibhausgas-Emissionen, Luftschadstoffe, Feinstaubbelastungen)
als auch auf wirtschaftliche und soziale Kriterien wie z. B. Kosten oder Arbeitsplatz- und Wertschöpfungseffekte.
Ziel ist es, die erforderlichen Rahmenbedingungen zum Ausbau der Bioenergieerzeugung aus Holz
unter Berücksichtigung der Ansprüche stofflicher Holznutzer hinsichtlich der Möglichkeiten und Grenzen
zur Lenkung der vorhandenen Stoffströme im Bereich der Holzpotenziale unter der Zielsetzung eines
größtmöglichen volkswirtschaftlichen, klimaschutzorientierten und ökologischen Mehrwertes darzustellen
und hierauf abzielende Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Hierzu werden zusätzlich zu den aufgeführten
Aspekten die regional verfügbaren Holzpotenziale ermittelt sowie Optionen zur Verbreiterung der Rohstoffbasis
betrachtet. Des Weiteren werden die besonderen Aspekte bei der energetischen Nutzung des
Rohstoffes Holz im Vergleich zu alternativen Nutzungsmöglichkeiten analysiert und bewertet.
Flyer zum Projekt: Holzkaskaden - Regionale Strategie zum Ausbau der
Bioenergieerzeugung aus Holz
(Verbundvorhaben)
Ausgewählte Publikationen
Bemmann, A.; Pretzsch, J.; Schulte, A. (2008)
Baumplantagen weltweit - eine Übersicht
Schweizerische Zeitschrift für Forstwesen,159 (6), 124-132, 2008
Hagemann, H.; Knur, L.; Brix, M.; Kunst, C. (2007)
Gut Holz auf dem Acker
Joule (4), 70-72, 2007
Hagemann, H.; Wenzelides, M.; Klein, D.; Schulte, A. (2009)
Führt Holzmobilisierung regional zu mehr Beschäftigung im Cluster Forst und Holz?
Allgemeine Forst- und Jagdzeitung, 180 (5/6), 119-125, 2009
Kies, U., Mrosek, T., Schulte, A. (2008)
A statistics-based method for cluster analysis of the forest sector at the national and sub-national level in Germany.
Scandinavian Journal of Forest Research, 23. 445-457, 2008
Kies, U., Mrosek, T., Schulte, A. (2009)
Spatial analysis of regional industrial clusters in the German forest sector.
International Forestry Review, 11(1). 37-50, 2009
Klein, D.; Kies, U.; Schulte, A. (2009)
Regional employment trends of wood-based industries in Germany's forest cluster: a
comparative shift-share analysis of post-reunification development.
European Journal of Forest Research, 128 (3), 205-219, 2009
Murach, D.; Kindermann, C.; Hirschl, B.; Aretz, A.; Schneider, B.; Grünewald, H.; Schultze, B.; Quinkenstein, A.; Bilke, G.; Muchin, A.; Eberts, J.; Grundmann, P.; Jochheim, H.; Scherzer, J.; Hagemann, H. (2007)
Zukunftsrohstoff Dendromasse - Hintergrund und erste Ergebnisse des
Verbundforschungsprojekts Dendrom
Forstarchiv 78 (3), 88-94, 2007
Schulte, A. (2007)
Dendromasse - Trends und Interdependenzen
Forstarchiv 78 (3), 59-64, 2007
Schulte, A. (2006)
Mobilisierbare Holzpotenziale geringer als erwartet. Das neue Holzmaß ist ein Barreläquivalent -
Politikempfehlungen aus einer Pilotstudie in NRW - Teil 2
Holz-Zentralblatt (41), 1194-1195, 2006
Schulte, A.: (2003)
Nordrhein-Westfalen zieht Bilanz für Forst und Holz. Cluster-Studie weist unerwartete
volkswirtschaftliche Größe der Forst- und Holzwirtschaft aus.
Holz-Zentralblatt, 74. 1018-1019, 2003
Schulte, A.; Mrosek, T. (2006)
Analysis and assessment of the forestry and wood-processing industry cluster in the
State of North-Rhine/Westphalia, Germany
Forstarchiv 77 (4), 136-141, 2006
Wenzelides, M.; Hagemann, H. (2007)
Bestimmung des nachhaltig mobilisierbaren Dendromassepotenzials in Nordrhein-Westfalen
anhand der Auswertung von Bundes- und Landeswaldinventur
Forstarchiv 78 (3), 73-81, 2007
Wenzelides, M.; Hagemann, H.; Schulte, A. (2006)
Das neue Holzmaß ist ein Barrel-Äquivalent. Zukunftsrohstoff Dendromasse wird knapp und teuer"
AFZ-Der Wald 61 (22), 1202-1206, 2006
Wenzelides, M.; Hagemann, H.; Schulte, A. (2006)
"Mobilisierbare Holzpotenziale geringer als erwartet. Ergebnisse einer Pilotstudie für
Nordrhein-Westfalen zeigen nur sehr begrenzte Reserven an Dendromasse - Teil 1"
Holz-Zentralblatt (38) 132, 1090, 2006
Wenzelides, M.; Hagemann, H.; Schwarz, M. (2008)
Nutzung des Energieholzpotenzials nach Kyrill
Holz-Zentralblatt (22) 134, 604, 2008
Wenzelides, M.; Schulte, A. (2008)
"Entwicklung und Erprobung einer Methode zur Abschätzung von regionalen Dendromasse-Bilanzen
am Beispiel von Nordrhein-Westfalen"
Archiv für Forstwesen und Landschaftsökologie, 42 (4), 145-157, 2008