Forschung
Lehre, Fort- und Weiterbildung sowie Beratung sind nicht die einzigen Aktivitäten des Wald-Zentrums:
Eine Kernaufgabe ist die anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung mit sowohl regionaler als auch internationaler Ausrichtung.
Ziel ist es, für aktuelle Probleme Lösungen zu finden, die sich auch praktisch umsetzen lassen. Deshalb
forscht das Wald-Zentrum sowohl interdisziplinär als auch transdisziplinär: Die Forschungsansätze und
Methoden verschiedener Fachrichtungen (Interdisziplinarität) werden mit neuen Erkenntnisse und Entwicklungen
aus der Forschung sowie praktischem Wissen verknüpft (Transdiziplinarität).
Transdisziplinäre Forschungsansätze bauen auf interdisziplinären auf und beziehen auch die beteiligten
Akteure mit ein. Als Forschungs-Gegenstand bekommen sie laufend neue Informationen aus den Untersuchungen
und ändern dadurch gegebenenfalls ihr Verhalten.

Die disziplinären Grenzen in der Waldökologie, Forst- und Holzwissenschaft sind nicht naturgegeben. Sie wurden
im Verlauf der beiden vergangenen Jahrhunderte gezogen und haben sich zum Teil institutionell verfestigt.
Trotzdem lassen sie sich die Grenzen zwischen den Disziplinen verschieben oder überwinden, oftmals ist das
sogar zwingend notwendig. Denn heute entsprechen viele der drängenden regionalen und globalen Probleme
nachhaltiger Waldbewirtschaftung nicht mehr den traditionellen, disziplinären Unterteilungen entsprechender
Forschungszentren oder Universitäten.
Das Wald-Zentrum verfolgt mit seinen interdisziplinären Forschungsgrundsätzen das Ziel, den Wissenstransfer
zwischen den Disziplinen so zu organisieren und zu koordinieren, dass sich Probleme umfassend lösen lassen.
Gerade im Cluster Wald und Holz ist die Zusammenführung von naturwissenschaftlichen, sozialwissenschaftlichen
und wirtschaftswissenschaftlichen Disziplinen für viele aktuelle Fragestellungen essenziell.
Im Wald-Zentrum finden die transdisziplinären Forschungsansätze in dem unten aufgeführten Themenrahmen
Berücksichtigung. Daneben widmet sich das Wald-Zentrum auch Fragestellungen aus der Grundlagenforschung,
beispielsweise zum Kohlenstoffhaushalt von Waldökosystem in Chile (Foto) im Rahmen eines Kooperationsprojektes
mit der dortigen Universität.
Die fachwissenschaftlichen Schwerpunkte des Wald-Zentrums sind derzeit:
- Wald und Holz: Struktur- und Marktanalysen zum Wald bzw. der Forstwirtschaft und der Holz verbrauchenden Industrie
(Clusterstudien, Cluster- bzw. Netzwerkmanagement; Arbeitsmarktforschung)
- Wald und Klima: Forstwirtschaft nach Kyoto (Clean Development Mechanism, Joint Implementation, Emission Trading);
Kohlenstoff haus halt von Waldökosystemen; Aufforstungen als Kohlenstoffsenken
- Wald und Energie: Energetische Nutzung von Dendromasse; Potenzialanalysen und Mobilisierung; Nachhaltige Produktion
von Dendromasse außerhalb von Wald (Anlage und Management von Kurzumtriebsplantagen mit schnell wachsenden Baumarten)
- Wald und Gesellschaft: Nachhaltige, multifunktionale Waldbewirtschaftung (Kriterien und Indikatoren, Probleme und
Chancen); Struktur- und SWOT-Analysen von privatem und kommunalem Waldbesitz; Wald-Tourismus; Wald-Bildung
- Wald und Naturschutz: Eingriffs- und Ausgleichsregelung; Kompensationsmaßnahmen in der Wald-Kulturlandschaft;
Waldnaturschutzpolitik; Waldschutzgebiete und ihr Management
- Wald und Entwicklung: Internationale Zusammenarbeit im Waldschutz bzw. in der Forst- und Holzwirtschaft; Rehabilitation
degradierter Waldökosysteme in den Tropen/Subtropen
Detaillierte Informationen aus den einzelnen Forschungsvorhaben stellen wir Ihnen gerne als Sonderdrucken der angegebenen
Publikationen zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an info(at)wald-zentrum.de